Inklusion

Mai 8, 2016

Seit Entstehung unseres Kindergartens geht es uns um aktives Aufeinanderzubewegen und um Auseinandersetzung und Wahrnehmung aller vielfältigen Andersartigkeiten. Hier geht es um das Zusammenleben von großen und kleinen Menschen mit unterschiedlichsten Lebensvoraussetzungen, um die gegenseitige Akzeptanz von Unterschiedlichkeiten, um aktives Zusammenleben. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, den kleinen Menschen mit einer Behinderung als Teil der Gesellschaft aufzunehmen, ihn nicht auszugrenzen, ihn zu integrieren. Uns ist klar, dass dieser Umgang miteinander so früh wie möglich gelernt werden kann. Der Kindergarten will einen gesunden, gestalteten Lebensraum und Lebensrhythmus schaffen. Hier soll sich das Kind wohl fühlen und all seine Spiel – Erlebnisbedürfnisse entfalten können. Kinderraum soll Spielraum werden.

Wichtige Bedingungen zum gemeinsamen Erleben von Kindern mit und ohne Behinderungen sind:

  • Anregungen zu reichem Erleben
  • Vielfältige Möglichkeiten zu körperlicher Bewegung
  • Vorbilder für sein Spielen
  • Förderung der Sinne, die das Kind selber für seine Entwicklung fordert
  • Aus der freien Nachahmung heraus nehmen die Kinder die helfende Erzieherin zum Vorbild und bekommen ein Gefühl für das selbstverständliche Helfen und Unterstützen.
  • Möglichst viel gemeinsam tun

Integrationspädagogik gestaltet das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderung. Sie gibt Raum für die Erfahrung, dass jeder Mensch, um seiner selbst angenommen und geliebt werden kann. Dies ist eine nicht zu unterschätzende Erfahrung in unserer Gesellschaft, in der hauptsächlich Leistung zählt.

Therapie

Die Kinder in unserem Kindergarten werden in ihrer individuellen Entfaltung unterstützt. Eingebettet in den Kindergartenalltag werden die Kinder 1-2x wöchentlich zur Logopädie und Ergotherapie abgeholt. In Einzeltherapiestunden oder auch in Kleingruppen (mit sog. „Besuchskindern“) erhalten die Förderkinder die Möglichkeit, ihre Handlungskompetenz zu erweitern.

Die Therapeutinnen arbeiten eng mit den Gruppen zusammen. Hier findet ein reger Austausch statt. Auch an den regelmäßigen „Kinderkonferenzen“ und Elterngesprächen nehmen die Therapeuten teil. „Die Kinder da abholen, wo sie sich gerade befinden“ – das ist das Konzept der Persönlichkeitsbildung über motorische und sprachliche Lernprozesse.

 

Bei uns befinden sich in jeder Gruppe Kinder, deren Entwicklung ungestört verläuft, und solche, die in unterschiedlicher Art und Weise eingeschränkt sind. Allgemein ist das Ziel, alle Kinder in den Alltag mit anderen Menschen zu integrieren. Die Aufgabe der Sprachtherapie ist speziell der Bereich der Kommunikation. Das bedeutet die Förderung aller Ausdrucksmöglichkeiten, sprachliche und nicht sprachliche, wie mimische, gestische und die Lautsprache.

Zur Sprachtherapie gehören ganz praktisch gesehen Bewegungseinheiten, Rhythmen, Reime und Lieder, Arbeiten am Körperschema mit und am Kind usw. neben der klassischen Sprachtherapie (Lautanbildung, Grammatikerwerb, Mundmotorik) dazu.

Im integrativen Waldorfkindergarten wird viel Wert auf Rhythmus gelegt.
Den alltäglichen Rhythmus in der Gruppe findet man in der Sprachtherapie wieder. So werden in der Sprachtherapie individuell nach Bedarf des Kindes Elemente und Erfahrungen aus dem Gruppenalltag integriert und umgekehrt: Sprachtherapie endet in unserer Einrichtung nicht mit dem Verlassen des Therapieraums, Erfahrungen und einzelne Bestandteile aus der Therapie werden weiter in die Gruppe und in den Alltag getragen und somit intensiviert. Sprachtherapie ist für die Kinder unserer Einrichtung kein lästiges Muss. Die Kinder gehen mit Freude mit, lernen spielerisch, laden sich Freunde aus der Gruppe mit zur Therapie ein. Integration passiert sowohl in der Gruppe, als auch in der Therapie.